BUFUS-Info ist eine Zeitschrift, die sich mit allen Belangen des aquatischen Lebensraumes auseinandersetzt.

 

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Impressum:
Für den Inhalt verantwortlich, Verleger und Herausgeber:
Dr. Robert A. Patzner

 

Adresse der Redaktion:
Dr. Robert Patzner
Organismische Biologie
Hellbrunnerstrasse 34
A-5020 Salzburg


Mail: robert.patzner@sbg.ac.at

 

BUFUS-Info ist ein Teil des „Seminar Report“ ISSN 0256-4173, der am Institut für Zoologie an der Universität Salzburg erschienen ist.

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Wissenschaftliche Spezialbrevets in Österreich

Horst Moosleitner

Organismische Biologie, Universität Salzburg, Hellbrunnerstr. 34, A-5020 Salzburg
homosub@aon.at


Allgemeines

Das Wissenschaftliche Komitee der CMAS bietet dem Sporttaucher Spezialbrevets aus den Gebieten Ozeanologie, Meeres-biologie, Süßwasserbiologie, Archäologie und Geologie an. Jedes dieser Gebiete (außer Ozeanologie) umfasst 4 Ausbil-dungsstufen: Taucher, Fortgeschrittener Taucher (Confirmed Diver), Instructor und Confirmed Instructor; wobei die Brevets dem Ausbildungsgrad des Tauchers ent-sprechen. Z.B. das Zertifikat Meeres-biologie (Biologie Marine) kann ein Taucher erlangen, der ein CMAS 1* Brevet (oder das Äquivalent einer anderen Organisation) besitzt und mindestens 14 Jahre alt ist. Das Brevet „Fortge-schrittener Taucher“ (Brevet Biologie Marine Confirme) kann ein Taucher erlangen, der ein CMAS Brevet 2* (oder ein entsprechendes Zertifikat einer anderen Organisation) besitzt und mindestens 16 Jahre alt ist. Um Biologie-Instruktor oder Corfirmed Instructor zu werden, muss man den entsprechenden Tauch-Ausbildungsgrad Instructor 1* oder 2* besitzen und über eine entsprechende Kenntnis der Biologie und Meeres-wissenschaften verfügen.

Um all diese Brevets zu erlangen, ist der Besuch eines entsprechenden Kurses (durch dazu berechtigte Personen) notwendig. Die Kursprogramme sind standardisiert und eine genaue Anzahl an Theoriestunden, praktischen Arbeiten und Tauchgängen ist vorgeschrieben. Das erlangte Brevet ist zeitlich nicht begrenzt. Wer einen Kurs erfolgreich absolviert hat, bekommt die entsprechende Brevet-Karte und ein Diplom, wobei das Diplom alleine auch angefordert werden kann, nur etwa ein Viertel von beiden kostet, jedoch als A 4-Blatt kaum „reisetauglich“ ist.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einer wissen-schaftlichen Tauchausbildung. Foto: R.A. Patzner

In Österreich

In Österreich wird derzeit nur das Brevet „Ozeanologie“ durchgeführt, das eine Art meeresbiologisches Grundbrevet ist und auch ohne Tauchgänge, in Verbindung mit einem Meeresaquarium (auch für Nicht-taucher) angeboten wird. Die anderen Brevets können praktisch nur am Meer und dort in Verbindung mit einer meeres-biologischen Station durchgeführt werden.

Für BUFUS-Mitglieder eröffnet sich hier die Möglichkeit, nach Absolvierung eines meeresbiologischen Kurses oder Prakti-kums unter Nachweis der entsprechenden Unterwasserarbeiten und des Ausbildungs-grades ein Brevet Marine Biologie 1* oder 2* zu erlangen.

Neben den Brevets für Sporttaucher gibt es noch den „Wissenschaftstaucher“, der bisher allen Tauchern ausgehändigt wurde, die für ein Institut unter Wasser arbeiteten und zumindest ein Brevet 2* besaßen. Die Richtlinien wurden in den letzten Jahren überarbeitet und jenen des „Forschungs-tauchers“ angepasst. Voraussetzung dafür sind jetzt 70 Tauchgänge, davon mindestens 20 mit wissenschaftlichen Arbeiten, 10 zwischen 15 und 24 m, 5 Tauchgänge tiefer als 25 m und 12 Tauchgänge in den letzten 12 Monaten, 6 davon für wissenschaftliche Arbeiten.

Um „alte“ und „neue“ Wissenschafts-taucher unterscheiden zu können, wird die alte Form „Amateur-Wissenschaftstaucher“ genannt und die neue „Professional CMAS Scientific Diver“. Auch hier gibt es einen Fortgeschrittenen Wissenschaftstaucher (Advanced Scientific Diver), der ein 3*-Brevet und mindestens 80 Tauchgänge vorweisen muss und natürlich auch einen Science Diving Instructor und einen Confirmed Diving Insrtructor, die alle eine Ausbildung durch das Wissenschaftliche Komitee der CMAS absolvieren müssen.

Soweit eine grobe Übersicht über das Angebot an Brevets. Wer genauere Informationen über Kursprogramme, Vor-aussetzungen usw. erhalten möchte, wende sich an die Wissenschaftliche Kommission des TSVÖ, Dr. Horst Moosleit-ner, Mail: homosub@aon.at .

Informationen über die Ausbildung zum Forschungstaucher findet man auch bei:
Madl P. & M. Yip, 2003: Ausbildung zum Forschungstaucher (Scientific Diver, Rese-arch Diver). BUFUS-Info 30.