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BUFUS-Info ist eine Zeitschrift, die sich mit allen Belangen des aquatischen Lebensraumes auseinandersetzt.

 

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Für den Inhalt verantwortlich, Verleger und Herausgeber:
Dr. Robert A. Patzner

 

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Dr. Robert Patzner
Organismische Biologie
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BUFUS-Info ist ein Teil des „Seminar Report“ ISSN 0256-4173, der am Institut für Zoologie an der Universität Salzburg erschienen ist.

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Die Bohrmuscheln der Malediven, dominiert von Parapholas in toten Korallen und Lithophaga Arten in lebenden Wirten (Scleractinia)

Karl Kleemann
Paläontologie, Universität Wien, Althanstr. 14, A-1090 Wien
karl.kleemann@univie.ac.at


Meist Lithophaga Arten

Während der Expedition wurden ausgewählte Steinkorallen (Scleractinia) zu einer provisorischen Bestandsaufnahme der Bohrmuscheln allgemein und insbesondere der beobachtbaren Assoziationen von Lithophaga Arten mit lebenden Wirtskorallen aufgesammelt.

Als dominierende, in toten Korallen bohrende Muschel erwies sich unvermutet Parapholas quadrizonata (Spengler, 1792), Martesiinae, Pholadidae (Kleemann, MS eingereicht für Coral Reefs bzw. für Current Developments in Bioerosion). Was äußerlich nach Gastrochaena-Bohrlöchern aussah, zeigte sich beim Aufschlagen des Substrats nur selten als zutreffend, denn die meisten achterförmigen Öffnungen führten zu den, wie ebenfalls bei Gastrochaena Arten, in Sipho- und Schalenbereich getrennten Bohrungen von P. quadrizonata, die dicht gedrängt neben und übereinander in mehreren Generationen vorkommen können, ohne sich direkt körperlich anzugreifen. Nur wenige Individuen von Gastrochaena cuneiformis Spengler, 1783, G. gigantea Deshayes, 1830 und G. dentifera Dufo, 1840 wurden in den Proben gefunden.

Die mytilidae Lithophaga obesa (Philippi, 1847) ist vermutlich die größte Bohrmuschel im Bereich der Malediven und lebt wie L. teres (Philippi, 1846) und L. malaccana (Reeve, 1857) in totem Substrat. Hingegen sind L. laevigata (Quoy & Gaimard, 1835) und L. simplex Iredale, 1939 nur in lebenden Wirtskorallen zu finden. Erstere in Goniopora, Pavona, Porites und Psammocora, die zweite in Goniastrea und anderen Faviiden. Selten sind Vertreter von Petricola lapicida (Gmelin, 1791) und Gregariella coralliophaga (Gmelin, 1791) anzutreffen und wieder nur in toten Korallen.

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Material wurde gesammelt

Auf Abb. 1 ist oben eine große Lochöffnung von Lithopaga obesa und darunter viele achterförmige, vorwiegend von Parapholas quadrizonata zu sehen. Auf Abb. 2 hält der Autor ein abgeschlagenes Stück der auf Abb. 1 gezeigten toten Koralle und den dicht gedrängten Bohrmuscheln, insbesondere Parapholas quadrizonata.


Abb. 1. Lochöffnungen von Lithophaga obesa und
Parapholas quadrizonata
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Foto: Karl Kleemann ©


Abb. 2. Korallenbruchstück mit Parapholas quadrizonata.
Foto: Karl Kleemann ©

Weitere Infos

Zu den bohrenden Organismen im Korallenriff gibt es weitere Infos unter:
Kleemann K. & P. Madl, 2006: Die Stillen Wächter - der schleichende Verfall tropischer Riffsysteme. Teil VI. BUFUS-Info 36: 3.