BUFUS-Info ist eine Zeitschrift, die sich mit allen Belangen des aquatischen Lebensraumes auseinandersetzt.

 

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Dr. Robert Patzner
Organismische Biologie
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BUFUS-Info ist ein Teil des „Seminar Report“ ISSN 0256-4173, der am Institut für Zoologie an der Universität Salzburg erschienen ist.

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Historischer Flussverlauf der Salzach von den Salzachöfen bis zur Saalachmündung
Teil 1: Das Stadtgebiet von Salzburg


Bernhard Schmall
Universität Salzburg, FB Organismische Biologie, Hellbrunner Str. 34, 5020 Salzburg
bernhard.schmall@sbg.ac.at


Einleitung

Der Verlust von einst für das Flusssystem der Salzach charakteristischen Tier- und Pflanzenarten ist eng mit dem Verlust adäquater terrestrischer und aquatischer Lebensräume verbunden. Um dies besser dokumentieren zu können, ist die Kenntnis der ursprünglichen Flussmorphologie der Salzach nützlich, was sich anschaulich anhand historischer Flusskarten belegen lässt (vgl. Wiesbauer & Dopsch, 2007).
Im Rahmen eines Digitalisierungs-Projektes wurde der historische Flusslauf der Salzach von den Salzachöfen (Pass Lueg) bis zur Saalachmündung kartographisch dargestellt, wobei in einem ersten Teil das Gebiet der heutigen Stadt Salzburg präsentiert wird.

Methode

Für die vorliegende Bearbeitung wurden mehrere historische Flusskarten und Pläne (Kollmann, 1898; Messner, 1990; Jäger et al., 2001; Wiesbauer & Dopsch, 2007) verwendet und in modifizierter Form mittels Adobe Photoshop 7.0 zu einer Gesamtkarte zusammengestellt. Diese zeigt den Flusslauf (inklusive Unterlauf der Zubringer) der vorindustriellen Zeit (bis etwa 1830) von der Grenze zur Katastralgemeinde Thurnberg bis zur Saalachmündung, wobei der aktuelle Gewässerverlauf vergleichend dazu eingetragen ist. Weiters wurde der heutige gewässermorphologische Zustand sämtlicher Nebengewässer erhoben.

Weitere Infos

Eine detaillierte Ausgabe dieser Publikation kann --> HIER herunter geladen werden

Ergebnisse
und Diskussion

Die Karte vermittelt anschaulich das Bild eines vitalen, von Dynamik geprägten Gewässerökosystems (Abb. 1): Jedes Hochwasser änderte den in mehrere Arme aufgefächerten Flusslauf. Gerinne und Umland (Aubereich) standen miteinander im Austausch. Breite, je nach Häufigkeit der Überschwemmung bewachsene oder unbewachsene Schotterbänke beherrschten das Bild. Der Auwald, der durch Hochwässer, vor allem im Frühjahr, periodisch überschwemmt wurde, war von unzähligen Altarmen durchzogen. Die Zubringer mündeten niveaugleich in die Salzach und standen teilweise durch ein ausgedehntes Gewässernetz mit dem Hauptfluss in Verbindung. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass schon sehr bald flussbauliche Maßnahmen (z. B. Ufersicherungen) durchgeführt wurden, wie etwa im unmittelbaren Stadtbereich von Salzburg. Eine drastische Veränderung der gewässermorphologischen Verhältnisse setzte jedoch erst mit den groß angelegten Regulierungsmaßnahmen ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein (Wiesbauer & Dopsch, 2007). Heute zieht die Salzach in geradem, monotonem Lauf durchs Land. Die Auwälder sind vom Flusslauf, der in ein trapezförmiges Korsett gezwängt wurde, entkoppelt. Lediglich zwei von insgesamt 12 Zubringern (Saalach, Altglan) münden noch niveaugleich in die Salzach; ebenfalls nur zwei Gewässer (Altglan, Anifer Alterbach) können in ihrem Unterlauf noch als naturnah (keine Ufersicherungen) bezeichnet werden.

Literatur

Jäger, P., M. Fuchs & Jürging, F., 2001: Wasserwirtschaftliche Rahmenuntersuchung Salzach. München, Wien.
Kollmann, J., 1898: Karte der Fischarten vom Land Salzburg (digitalisiert).
Messner, R., 1990: Salzburg im Vormärz. Historisch-topographische Darstellung der Stadt Salzburg auf Grund der Katastralvermessung. 1. Band. Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs. Wien.
Wiesbauer, H. & Dopsch, H., 2007: salzach – macht – geschichte. Salzburger Studien. Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur Band 7.


Abb. 1. Flusskarte der Salzach und der Nebengewässer in vorindustrieller Zeit.