BUFUS-Info ist eine Zeitschrift, die sich mit allen Belangen des aquatischen Lebensraumes auseinandersetzt.

 

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Dr. Robert Patzner
Organismische Biologie
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Mail: robert.patzner@sbg.ac.at

 

BUFUS-Info ist ein Teil des „Seminar Report“ ISSN 0256-4173, der am Institut für Zoologie an der Universität Salzburg erschienen ist.

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Historischer Flussverlauf der Salzach von den Salzachöfen bis zur Saalachmündung
Teil 3: Hallein - Salzachöfen


Bernhard Schmall
Universität Salzburg, FB Organismische Biologie, Hellbrunner Str. 34, 5020 Salzburg
bernhard.schmall@sbg.ac.at


Einleitung

Der historische Flussverlauf eines rund 36 km langen Salzach-Abschnittes (Salzach-Öfen bis zur Saalachmündung) wurde digital bearbeitet. Die ersten beiden Teile, das Stadtgebiet von Salzburg und der Abschnitt Salzburg – Hallein, wurden bereits vorgestellt (Schmall, 2008a; Schmall, 2008b). Nun folgt der letzte Teil, welcher den Flusslauf der Salzach flussauf von Hallein bis zu den Salzachöfen im Bereich Pass Lueg zeigt.

Methode

Für die Bearbeitung wurde die Flusskarte von Naumann 1787 (aus Wiesbauer & Dopsch, 2007) verwendet. Weiters wurde zur Darstellung des Unterlaufes einiger Zubringer auf die Franziszeische Landesaufnahme 1807/08 (aus Wiesbauer et al., 1991) und die Fischereikarte von Kollmann (1898) zurückgegriffen. Die Karten wurden modifiziert und mit Adobe Photoshop 7.0 zu einer Gesamtkarte zusammengestellt. Diese zeigt den Zustand der Salzach (sowie die Mündungsstrecken der Zubringer) von FKM 84 (heute Stauwurzel KW Hallein-Gamp) bis FKM 98 (Eintritt der Salzach in die Salzachöfen) so, wie er - von geringfügigen Modifizierungen abgesehen - im Jahr 1787 aufgenommen wurde. Der heutige Gewässerverlauf ist neben dem historischen eingezeichnet, wobei als Grundlage für die Bearbeitung aktuelle Orthofotos aus dem Jahr 2007 (© SAGIS) verwendet wurden. Weiters wurde der heutige gewässermorphologische Zustand des Hauptflusses und der Zubringer erhoben.

 

 

Weitere Infos

Eine detaillierte Ausgabe dieser Publikation kann --> HIER herunter geladen werden.

Den ersten Teil über den historischen Verlauf der Salzach findet man --> HIER

Den zweiten Teil über den historischen Verlauf der Salzach findet man --> HIER

Ergebnisse

Nach Überwindung der schluchtartigen Durchbruchsstrecke der Salzachöfen war der Abschnitt Golling – Hallein ursprünglich von Gleit- und Pralluferbereichen gekenn-zeichnet (Abb. 1). Charakteristische Merkmale waren breite Schotterbänke, Schotterinseln und die Ausbildung von Gerinneverzweigungen mit Haupt- und Nebenarmen (Furkationstypus). Der Flusslauf war von einer hohen Dynamik geprägt. Jedes Hochwasser führte zu Geschiebeumlagerungen und zu einer Veränderung der Flussbettstrukturen (Wiesbauer et al., 1991; Wiesbauer & Dopsch, 2007). Auch Lammer und Taugl waren in ihren furkierenden, von breiten Schotterflächen gebildeten Mündungs-Strecken hochdynamischen Veränderungen unterworfen. Generell war (und ist) bei den Zubringern der Gewässertyp des Wild- oder Gebirgsbaches häufig (z. B. Torrener Bach, Kertererbach, Weißenbach). Im Gegensatz zur historischen Situation ist der heutige Gewässerverlauf der Salzach massiv anthropogen verändert, allerdings nicht in demselben Ausmaß wie in den bereits besprochenen Abschnitten (Schmall, 2008a; b). Flussauf von Hallein existiert derzeit noch eine 27 km lange Fließstrecke ohne Kontinuums-Unterbrechungen, deren Ufer jedoch zum Großteil durch Blockwurf gesichert sind. Die noch vorhandenen Schotterbänke und Schotterinseln sind heute infolge fehlender Umlagerungsdynamik verfestigt und häufig von Weidensukzession bedroht. Auflandungsbereiche mit Gerinne-Verzweigungen fehlen wegen der eingeschränkten Geschiebeführung der Salzach weitgehend. Lediglich in den Mündungsbereichen von Zubringern (v. a. Lammer, Taugl) sind auch heute noch hoch dynamische Prozesse zu beobachten. Doch auch bei den Nebengewässern führten Regulierungsmaßnahmen zu teilweise massiven gewässermorpho-logischen Veränderungen. Wenn auch zumindest 9 von insgesamt 13 Zubringern heute noch natürliche oder naturnahe Mündungsstrecken aufweisen, so münden lediglich 7 davon niveaugleich in die Salzach. Vier Zuflüsse sind allerdings im Unterlauf bzw. im gesamten Verlauf nur noch temporär wasserführend.

Literatur

Kollmann, J., 1898: Karte der Fischarten vom Land Salzburg (digitalisiert). SAGIS Salzburger Geographisches Informations-System (http://www.salzburg.gv.at/landkarten.htm) Schmall, B., 2008: Historischer Flussverlauf der Salzach von den Salzachöfen bis zur Saalachmündung. Teil 1: Das Stadtgebiet von Salzburg. BUFUS-Info digital Nr. 39
Schmall, B., 2008b: Historischer Flussverlauf der Salzach von den Salzachöfen bis zur Saalachmündung. Teil 2: Salzburg - Hallein. BUFUS-Info digital Nr. 40
Wiesbauer, H., Bauer, T., Jagsch, A., Jungwirth, M. & Uiblein, F., 1991: Fischökologische Studie Mittlere Salzach. Im Auftrag der Tauernkraftwerke AG, Wien. 170 S.
Wiesbauer, H. & Dopsch, H., 2007: salzach – macht – geschichte. Salzburger Studien. Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur Band 7.


Abb. 1: Flusskarte der Salzach und der Nebengewässer: historische Situation (1787) und aktueller Verlauf (2007)