BUFUS-Info ist eine Zeitschrift, die sich mit allen Belangen des aquatischen Lebensraumes auseinandersetzt.

 

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Für den Inhalt verantwortlich, Verleger und Herausgeber:
Dr. Robert A. Patzner

 

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Dr. Robert Patzner
Organismische Biologie
Hellbrunnerstrasse 34
A-5020 Salzburg


Mail: robert.patzner@sbg.ac.at

 

BUFUS-Info ist ein Teil des „Seminar Report“ ISSN 0256-4173, der am Institut für Zoologie an der Universität Salzburg erschienen ist.

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Das Center for Marine Resource Studies (CMRS), South Caicos, Turks und Caicos Inseln

Annemarie Kramer
School for Field Studies (TCI centre) 10 Federal Street, Suite 24 Salem,
MA 01970-3876 U.S.A.
akramer@fieldstudies.org


Die Station

Die Anlage befindet sich auf South Caicos, von vielen fälschlich als „in der Karibik“ beschrieben, dabei liegt es noch im tropischen West Atlantik. Dreimal täglich gibt es eine Flugverbindung zur Hauptinsel der Turks und Caicos Inseln, Providenciales, die auch von internationalen Fluglinien angeflogen wird (Abb. 1). Auf der 21 Quadratkilometer grossen Insel gibt es nur einen Ort, Cockburn Harbour, mit ungefähr 1100 Einwohnern. Die Insel erinnert mit ihren Salinebecken an eine vergangene Zeit; einst war der Export von Salz der Haupterwerbszweig, dann verlegte er sich mehr und mehr auf Fischerei nach Langusten und Conch. Im Laufe der Zeit ist diese wegen Überfischung immer weiter zurückgegangen und die einstige Fischereihauptstadt der Turks und Caicos Inseln bietet vielen Einheimischen kaum noch Perspektiven.

Das CMRS gehört zur School for Field Studies (SFS), einer Organisation die Studenten Programme für Auslandsstudien anbietet. Es gibt einen Semesterkurs „Marine Resource Management Studies“ (3 Monate) oder einen Sommerkurs „Marine Protected Areas: Management Techniques and Policies“ (1 Monat). Studenten aus verschiedensten Studienrichtungen und von verschiedensten US Universitäten nutzen dieses Angebot, die Kurse werden von der Boston University anerkannt und an den Heimatuniversitäten angerechnet.

Weiters gibt es die Möglichkeit, dass Professoren zwischen den Semestern ihren eigenen Kurs abhalten bzw. Wissenschaftler die Station für ihre Projekte nutzen.



Abb. 1. Übersichtskarte, Quelle: wikipedia/Raymond. Ergänzt.


Abb. 2. Center for Marine Resource Studies.
Foto: A. Kramer ©

Studienprogramme

Auch in anderen Ländern gibt es SFS Zentren die verschiedene Studienprogramme anbieten, welche sich in ihren Programmen nicht nur mit der lokalen Flora und Fauna befassen, sondern auch damit zusammenhängenden sozioökonomische Bereichen und so den Faktor Mensch einbeziehen. Ausser auf den Turks und Caicos Inseln gibt es in Costa Rica, Mexiko, Kenia und Australien Stationen, in diesem Jahr wurden erstmals Programme in Tanzania und Bhutan angeboten. Das Motto ist es, den Studenten durch Erleben und praktische Arbeit in der freien Natur eine hautnahe Erfahrung verschiedener Länder, Kulturen und Ökosysteme zu bieten, die damit verbundenen Herausforderungen zu verstehen und an der Ausarbeitung von Lösungen teilzuhaben. Die Arbeit einer Station beruht auf einem fünf Jahresplan der gemeinsam mit den lokalen Interessensvertretungen erarbeitet wird und darauf abziehlt die Situation vor Ort direkt und nachhaltig zu verbessern.

Die Station selbst gibt es seit zwanzig Jahren und sie befindet sich in einer ehemaligen Hotelanalge, die für diese Zwecke und Dank einiger durchziehender Hurrikans im Laufe der Zeit mehrmals aus- bzw. umgebaut wurde (Abb. 2). Das gesamte Personal und auch die Studenten wohnen hier zusammen, bis an die 50 Personen. Die Lage der Station ist spektakulär, leicht erhöht mit Blick aufs Meer. Ausser den Wohngelegenheiten, gibt es eine Grossküche und Gemeinschaftsterasse, ein Klassenzimmer, einen Computerraum und Büroräume. Die Anlage besitzt auch ein Schwimmbecken, einen Kompressorraum, Arbeits- und Lagerräume. Mit nur wenigen Schritten ist man an der Mole, wo nur mehr wenig an die Salzverladung erinnert, heute liegen dort die stationseigenen Motorboote. In nur wenigen Minuten gelangt man zu Korallenriffen, Seegraswiesen und Mangrovengebieten, die alle direkt vor der Haustüre liegen. Es bieten sich wunderbare Gelegenheiten entlang einer korallenüberwucherten Steilwand zu tauchen, die in nur wenig Distanz von der Küste auf über 2000 m Tiefe abfällt.

Bei genauerem Hinsehen gibt es kleinere und grössere Herausforderungen die sich den Forschern am CMRS stellen. Eine Bedrohung stellt die Invasion des Rotfeuerfisches (Pterois volitans) dar; Stationsdirektor Dr. John Claydon startete 2008 ein Projekt um dieser zu entgegnen (siehe nächsten Beitrag -->).

Weitere Infos

Mehr Informationen:
--> www.fieldstudies.org