Biologische Unterwasser-Forschungsgruppe der Universität Salzburg


BUFUS 

bufus-logo1.jpg (57818 Byte)

l_fischl03.gif (11578 Byte)

BUFUS-Info 28/2002

Die Litoralfische von Curacao

Teil 1: Non-Perciformes

Frank VELTE

Platanenstraße 4, D-61440 Oberursel


Curacao ist die größte Insel d
er Niederländischen Antillen, von denen die sogenannten ABC-Inseln (Aruba, Curacao und Bonaire) direkt vor der venezuelanischen Küste liegen. Curacao gehört somit zu den südlichsten Inseln der Karibik. Während eines Tauchurlaubs von Ende August bis Anfang September 1994 konnte ich insgesamt 76 Fischarten aus 35 Familien in den Riffen um Curacao beobachten.

Im Folgenden werden die Arten kurz vorgestellt. Der erste Teil dieses Berichtes beschäftigt sich mit den Fischen, die nicht zu den Barschartigen (Perciformes) zählen.

Mit Hilfe von Took (1978), Greenberg & Greenberg (1986) und Wirtz & Nahke (1993) wurden die Fische identifiziert.

Obwohl der Karibische Ammenhai (Ginglymostoma cirratum) in den Riffen um Curacao regelmäßig vorkommen soll, war mir eine Begegnung mit diesem Knorpelfisch nicht vergönnt.

 

Anguilliformes (Aalartige)

Die Muränen (Muraenidae) sind in der Karibik mit fünf Arten vertreten. Während die Gefleckte Muräne (Gymnothorax moringa) bei Curacao unterhalb von fünf Metern immer wieder beobachtet werden konnte, war die Goldschwanz-Muräne (Muraena miliaris) nicht so häufig zu sehen.

Auf Vertreter der Schlangenaale (Ophichthyidae) trifft man beim Tauchen nur selten. Einmal jedoch konnte ein Spitzschwanz-Schlangenaal (Myrichthys acuminatus) beobachtet werden.

 

Aulopiformes (Grinser)

Mit dem Sandtaucher (Synodus intermedius) lebt eine Art der Eidechsenfische (Synodontidae) in den Sandgründen zwischen den Riffen. Um ihn zu sehen braucht man schon etwas Glück, da er oft im weichen Boden eingegraben ist.

 

Beloniformes (Hornhechtartige)

Aus der Familie der Hornhechte (Belonidae) stammt der Kielschwanz-Hornhecht (Platybelone argalus). In Ufernähe ist er immer wieder direkt unter der Wasseroberfläche zu entdecken (Abb. 1). Diese Art soll vorwiegend im Schwarm jagen, doch sah ich immer nur Einzeltiere.

Abb. 1: Der Kielschwanz-Hornhecht jagt immer direkt unter der Wasseroberfläche


Atheriniformes (Ährenfischartige)

Den Karibischen Ährenfisch (Allanetta harringtonensis), Atherinidae, trifft man in Ufernähe, z. B an Hafenmolen, in der Nähe von Stränden aber auch an der Riffkante in riesigen Schwärmen an. Nur einmal konnte ich auf der Fahrt mit dem Taucherboot zu einem Ankerplatz Fliegende Fische (Exocoetidae) sehen.

 

Syngnathiformes (Röhrenmünder)

Trompetenfische (Aulostomus maculatus), aus der gleichnamigen Familie, sieht man in den Riffen um Curacao recht häufig (Abb. 2, Abb. 3). Da diese Art blitzschnell ihre Farbe wechseln kann, war es immer etwas besonderes diese Trompetenfische zu verfolgen. Den Flötenfisch (Fistularia tabacaria), Fistulariidae, traf man immer etwas tiefer im Riff an. Zumindest bei Curacao scheint er auch seltener zu sein als Aulostomus.

Abb. 2 (oben): Oft nutzen Trompetenfisch andere Fische um sich so an Beute „anzuschleichen"

Abb. 3 (links): Ein Trompetenfisch inspiziert Felsspalten auf der Suche nach Beute, meist kleine Fische


Beryciformes (Schleimkopfartige)

Die Soldatenfische (Holocentridae) sind bei Curacao mit drei Arten vertreten. Der Weißspitz-Soldatenfisch (Holocentrus rufus) war die häufigste Art. Diese und der Langdorn-Soldatenfisch (H. marianus) waren schon im seichten Wasser unter Felsüberhängen, in Höhlen und Spalten zu sehen. Der Schwarzstreifen-Soldatenfisch (Myripristis jacobus) war nur unterhalb von zehn Metern zu finden und schien seltener zu sein.

 

Scorpaeniformes (Panzerwangen)

Der Gefleckte Drachenkopf (Scorpaena plumieri) ähnelt sehr stark den mediterranen Arten seiner Familie. Diese Art ruht nicht nur versteckt im Riff, ich konnte auch ein Exemplar beobachten, das auf dem freien Sandboden lag (Abb. 4).

 Abb. 4: Gefleckter Drachenkopf


Pleuronectiformes (Plattfische)

Als einziger Vertreter der Plattfische war der Pfauenbutt (Bothus lunatus), Bothidae, festzustellen. Es ist die häufigste Art dieser Fischgruppe in der Karibik und auf (bzw. in) Sandböden regelmäßig zu finden.

 

Tetraodontiformes (Kugelfischverwandte)

Aus der Familie der Igelfische (Diodontidae) konnten der Stachelschweinsfisch (Diodon hystrix), der Ballonfisch (D. holocanthus) und der Gepunktete Igelfisch (Chilomycterus atinga) nachgewiesen werden. Diese Arten sind schon in geringer Wassertiefe regelmäßig, aber nie in großer Abundanz an zutreffen.

Schwanzfleck-Feilenfische (Cantherines pullus), Monacanthidae, findet man ebenfalls schon in den ersten Metern unter Wasser. Allerdings sind sie scheuer als die Igelfische und lassen den Taucher oder Schnorchler nicht so nahe an sich heran.

Mit dem Glatten Kofferfisch (Lactophrys triqueter) konnte schließlich noch eine Art der Ostraciontidae festgestellt werden. L. triqueter ernährt sich von Kleintieren, die im Sandboden leben. So ist diese Spezies immer auf den sandigen Abschnitten zwischen einzelnen Korallenstöcken oder Felsen zu finden.

Im zweiten Teil dieses Berichtes werden die Barschartigen Fische von Curacao beleuchtet.

Literatur

Greenberg, I. & Greenberg, J. (1986): Guide to corals and fishes of Florida, the Bahamas and the Carribean. Seahawk Press, Miami.

Took, I. F. (1978): Fishes of the Carribean Reefs. MacMillan Press, London.

Wirtz, P. & Nahke, P. (1993): Unterwasserführer Karibik: Fische. Verlag Stephanie Naglschmid, Stuttgart.

Zurück zum Seitenanfang

Weitere Informationen über BUFUS


© BUFUS-Info Nr. 28/2002 - Universität Salzburg - Informationen