Biologische Unterwasser-Forschungsgruppe der Universität Salzburg


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BUFUS-Info 29/2003

Ein neuer Lebensraum -

Revitalisierung Moosbach (Salzburg)
 

Regina Petz-Glechner

Institut für Zoologie, Universität Salzburg, c/o TB Umweltgutachten Petz, Hallwang

fisch.petz@i-one.at

 

in Gedenken an Walter Dorfer

 

Der Moosbach ist ein kleiner Wiesenbach nordwestlich der Stadt Salzburg, der nach dem zweiten Weltkrieg durch die amerikanische Besatzung reguliert wurde. Ufer und Sohle waren mit Betonplatten belegt, der Bachlauf war geradlinig und monoton. Der im letzten Sommer verstorbene Obmann der Peter-Pfenninger-Schenkung, Walter Dorfer, bemühte sich, diesen Zustand zu ändern und stieß bei der Gemeinde Wals-Siezenheim auf offene Ohren. Es wurde eine Planung in Auftrag gegeben, den ökologischen Zustand des Baches zu verbessern.

Beginn des Rückbaues. Im Herbst 2002 wurde nun mit dem Rückbau eines ca. 1,25 km langen Abschnittes begonnen. Der Moosbach erhält wieder eine geschwungene Linienführung. Der bestehende Bewuchs aus teilweise alten Bäumen wird in die Ufergestaltung des neuen Gewässerbettes integriert. Wo eine Stabilisierung der Ufer erforderlich ist, erfolgt sie durch lebendes Baumaterial und Piloten. Die Steinplatten werden aus Ufer und Sohle entfernt. Dadurch wird die ökologische Funktionsfähigkeit des Baches wiederhergestellt und ein neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen entsteht.

Einmalige Lösung. Das Besondere an diesem Projekt ist, daß der Moosbach wieder in sein ursprüngliches Bett verlegt wird, das heißt der Bach völlig neu gestaltet wird und das alte Bachbett daneben erhalten bleibt. Möglich wurde das dadurch, daß der regulierte Moosbach stellenweise mehrere Meter vom ursprünglichen Bach entfernt angelegt worden war und nach der Regulierung keine Korrektur der grundbücherlichen Verhältnisse stattgefunden hatte. Die Grundgrenzen entsprachen dadurch noch dem alten Bachlauf und die meisten Grundbesitzer waren nicht abgeneigt, die ursprüngliche Ordnung wieder herzustellen.

Hochwasserschutz. Neben der ökologischen Verbesserung wird auch die Hochwassersicherheit erhöht. Bei Niederwasser rinnt der Moosbach mit geschwungenem Verlauf im neuen Bett. Ab Mittel­wasser wird über Gräben ein Übertreten in das alte Bachbett ermöglicht, in dem dabei auch verkrautete Stillgewässer entstehen. Im unteren Abschnitt der Revitalisierungsstrecke wird außerdem eine Überflutungsfläche aus mehreren Armen und Becken mit unterschiedlichem Niveau geschaffen.

Nutzungsfreier Uferstreifen. Links und rechts des Baches wird ein Grundstreifen von der Gemeinde Wals-Siezenheim angepachtet. Diese Flächen werden nicht gedüngt und gemäht und bilden eine Pufferzone zum angrenzenden Bach. Neben der Verringerung des Nährstoffeintrags bieten diese Flächen einen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere.

Mit einem Abschluss der Bauarbeiten am ersten Abschnitt ist für den Frühsommer 2003 zu rechnen. Im Sommer 2002 wurde bereits die Planung für die Revitalisierung eines zweiten, unterliegenden Abschnittes begonnen. Die Finanzierung erfolgt durch Mittel des Bundes, des Landes Salzburg, der Gemeinde Wals-Siezenheim sowie der Peter-Pfenninger-Schenkung als Fischereiberechtigte.

 

 


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