Biologische Unterwasser-Forschungsgruppe der Universität Salzburg


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BUFUS-Info 29/2003

Die Suppenschildkröte (Chelonia mydas) auf den Galápagos Inseln

Annemarie Kramer

Institut für Zoologie, Universität Salzburg,

 annemariekramer@yahoo.com

Die Suppenschildkröte, „Green Turtle“ im Englischen und Chelonia mydas mit wissenschaftlichem Namen, ist die weitaus häufigste Art von Meeresschildkröten, die um die Galápagos Inseln vorkommt und soweit bekannt, auch die einzige, die an ihren Stränden nistet. Die Hauptnistzeit fällt zwischen Jänner und April; die größten und daher auch wichtigsten Niststrände befinden sich auf den Inseln Isabela, Santiago, Santa Cruz und Baltra.

Studien in den 70er und 80er Jahren haben diese Nestgründe des Archipels als eine der größten und wichtigsten im Ostpazifik hervorgehoben.

Im Jänner 2002 begann erneut ein intensives Projekt zur Erhebung und Erforschung der Population von Chelonia mydas, vorläufig an vier Niststränden auf den Inseln Santa Cruz, Baltra und Isabela. Als Voluntär habe ich bei diesem Projekt mitgearbeitet und möchte das im Folgenden kurz beschreiben.

Vorwiegend nachts kommen die adulten, weiblichen Tiere an die Strände um Nester zu graben und darin dann ihre Eier abzulegen. Während dieses Vorgangs wurden sie gemessen und markiert und auch Gewebeproben für genetische Untersuchungen entnommen; die abgelegten Eier wurden gezählt. Die Nester wurden z.T. markiert, um nach ein paar Wochen zur Kontrolle ausgegraben und auf ihren Zustand überprüft werden zu können. Nach rund 6 Wochen schlüpfen die jungen Schildkröten; auch sie wurden abgemessen und gezählt.

Nur eines von hundert Tieren wird das Adultstadium erreichen; wo sie die ersten Lebensjahre verbringen ist nach wie vor unklar. In Küstennähe kann man auch oft die Paarung beobachten; dabei sieht man oft drei bis fünf Tiere übereinander geklammert. Eine weibliche Schildkröte kommt vermutlich alle 3 bis 5 Jahre zur Eiablage an den Strand, auch kann sie in einer Nistsaison öfter als einmal Eier ablegen, das sollen Langzeitstudien klären.

Geplant sind weiters Beobachtung und Markierung der juvenilen und männlichen Schildkröten in den Fressgründen um die Inseln.

Ziel des Projektes ist, eine Datenbasis über die auf den Galápagos Inseln nistenden Schildkröten zu erstellen; es wird vermutet, dass es sich dabei um eine eigene Population handelt, das würde spezielle Schutzmassnahmen erfordern.

Link zur Charles Darwin Research Station: www.darwinfoundation.org
 


Abb.1
: Chelonia mydas am Niststrand


Abb. 2
: Chelonia mydas bei der Eiablage


Abb.3
: Markierung („tagging") einer Schildkröte (Chelonia mydas)
 


Abb.4
: Nest während der Schlüpfphase


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